Ersatzteillogistik bedeutet Highspeed – Big Data kann helfen

Ersatzteillogistik bedeutet Highspeed – Big Data kann helfen
Tausende von Ersatzteilen stellen die DB Schenker-Mitarbeiter auf Anforderung des Kunden zusammen © DB Schenker/Michael Neuhaus

Schnell, schneller, Ersatzteile: Die Ersatzteilversorgung ist eine der anspruchsvollsten Aufgaben für Logistiker. Kaum ein anderer Bereich ist so komplex und zeitkritisch. Das gilt für die Produktion in Fabriken, etwa im Automobilbau. Aber auch im „After Sales Service“ nach dem Kauf spielt die pünktliche und zuverlässige Versorgung eine wichtige Rolle. Oft weltweit und über viele Jahre.

Logistik der Superlative

Eine Vorstellung von den Größenordnungen verschafft die Ersatzteillogistik beim Lkw-Hersteller Scania. Das Lager im belgischen Oppglaabbeek hält ständig 115.000 Ersatzteile vor. Jede Bestellung muss in maximal zwölf Stunden abgewickelt sein. Eine Logistik der Superlative. Eine komplexe Logistikkette ist aber auch störfanfällig. Ein Bahnstreik, ein Produktionsausfall – schon kann der ganze Prozess ins Stocken geraten. Dr. Stefan E.A. Recknagel, beim Hausgerätehersteller Bosch Siemens (BSH) für die Ersatzteillogistik zuständig, hat deshalb das psychologische Konzept der „Resilienz“ auf die Logistik übertragen. Die Lieferketten sollen widerstandsfähiger gegenüber Störungen werden.

Eine resiliente Lieferkette ist zweierlei zugleich: flexibel und stabil. „Wie ein Grashalm“, sagt Recknagel.

„Wenn ein Vulkan in Europa ausbricht und das Fliegen unmöglich macht, muss ich so schnell wie möglich einen Bypass eröffnen, um über andere Wege wie den Landtransport liefern zu können. Entscheidend ist dabei die Geschwindigkeit des Krisenmanagements.“

Dr. Stefan E.A. Recknagel, Bosch Siemens (BSH)

Was Bananen mit Big Data zu tun haben

Wie wird Big Data logistische Systeme transformieren, welche Chancen und Herausforderungen bietet der 3D-Druck und was bedeutet dies für die Logistik-Welt.

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Den Notfall immer mitdenken

Der Logistiker plant den Notfall deshalb immer mit ein. Er denkt voraus. Und das geht am besten mit moderner IT. Stichwort: Big Data. Daten sammeln, aufbereiten, auswerten: Mithilfe von Algorithmen lassen sich in der Ersatzteillogistik sehr gut Muster erkennen. Und dann optimieren. Automatisierte Entscheidungsprozesse sind präziser, schneller und effizienter. Fachleute sprechen von „Predictive Analytics“. Das Karlsruher Unternehmen Blue Yonder etwa entwickelt Software für Logistiker, die Prognosen über Auslastungen, Nachschubbedarf und Störungen erlaubt. Die Versorgung mit Ersatzteilen wird so zielgenauer.

“#Ersatzteillogistik ist Stress pur: #BigData hilft, Notfall-Lieferketten zu planen“

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3D-Druck: Die Zukunft der Teilelogistik

Noch einen Schritt weiter geht der 3D-Druck. Hersteller verkaufen ihre Ersatzteile in Zukunft nicht mehr physisch, sondern nur noch digital – die benötigten Teile werden vor Ort ausgedruckt. Das spart Transportwege, minimiert die Lagerhaltung und schont die Umwelt. Der Nutzfahrzeughersteller MAN erforscht bereits die „generative“ Fertigung. Damit verbinden sich große Hoffnungen: Ersatzteile, die heute bis zu 35 Jahren vorgehalten werden müssen, könnten künftig preiswerter produziert werden – und noch schneller beim Kunden sein.