City-Logistik der Zukunft verlangt neue Ideen

City-Logistik der Zukunft verlangt neue Ideen
Blick auf das abendliche Frankfurt/Main – die Metropole kämpft schon heute mit Verkehrsproblemen©DB

City-Logistik als Herausforderung: Im Jahr 2030 wird jeder dritte Deutsche in den Metropolräumen Berlin, München, Hamburg und entlang der Rheinschiene wohnen. In diesen stark verdichteten Gebieten benötigen immer mehr Menschen Lebensmittel und Konsumgüter – und das, obwohl die städtischen Infrastrukturen schon heute die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit erreicht haben. Auch der Klimaschutz wird immer drängender. Diese Entwicklung stellt auch die Logistiker vor viele Probleme.

Wolfgang Lehmacher, Weltwirtschaftsforum

„Lösungen für eine zukünftige City-Logistik, die alle Bedürfnisse abdecken, können nur ganzheitlich sein“

Mit der zunehmenden Urbanisierung hat sich der innerstädtische Güterverkehr massiv verändert. Verkehrsforscher vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben festgestellt, dass in den vergangenen Jahren vor allem die Kurierfahrten stark zugenommen haben. Zwar sind im urbanen Güterverkehr die CO2-Emissionen je Kilometer um ein Drittel gesunken, weil die Logistiker moderne Fahrzeuge einsetzen. Aber wegen des ansteigenden Gesamtaufkommens sind die Emissionen in den vergangenen 20 Jahren um 13 Prozent gestiegen, sie die DLR-Forscher.

“Zwischen #Lastenrad und Verkehrsbündelung: Logistik muss #City-Logistik neu und ganzheitlich denken“

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Logistik in Metropolräumen steht im Dreieck zwischen den individuellen Bedürfnissen der Einwohner, den politischen Zwängen zum Ausbau der Infrastruktur und dem Druck der Logistiker, wirtschaftlich zu arbeiten. „Lösungen, die alle Bedürfnisse abdecken, können nur ganzheitlich sein“, sagte daher Wolfgang Lehmacher, Head of Supply Chain and Transport Industrie des Weltwirtschaftsforums auf dem Deutschen Logistik-Kongress der BVL. „Neben der räumlichen und zeitlichen Verlagerung von Warenströmen sind innovative Verkehrskonzepte entscheidend für künftige urbane Logistik.“

Klimaschutz drängt Logistiker zur Elektromobilität | logistik aktuell

Elektrisch angetriebene Lastwagen sind die Antwort auf mehr Klimaschutz in unseren Städten. DB Schenker erforscht den realen Einsatz solcher Lkw. 

logistik-aktuell.com

Innovative Verkehrskonzepte setzen heute bei der Planung von Transporten an: Es geht darum, Lieferungen über städtische Logistikzentren zu bündeln, um sie auf der letzten Meile nachhaltig auszuliefern. Weil dafür städtische Flächen die Voraussetzung sind, sind vor allem die Kommunen und Verkehrsplaner gefragt.

Elektrifizierung der letzten Meile

Um die letzte Meile nachhaltig und umweltfreundlicher zu gestalten, muss der Güterverkehr elektrifiziert und automatisiert werden. Vielversprechend sind neue Antriebe im Lieferverkehr. Hier gibt es schon Ansätze – zum Beispiel forscht die Schenker Deutschland AG seit einigen Jahren an e-mobilen Lösungen im Stückgut. Eine weitere Möglichkeit sind Lastenräder: Bis zu 23 Prozent aller Fahrten in der Stadt könnten mit Lastenrädern durchgeführt werden, haben die Verkehrsforscher vom DLR festgestellt.
„Bei der letzten Meile stehen wir heute vor einem Dilemma“, sagte Allan Martinson vom Roboterhersteller Starship Technologies auf dem BVL-Kongress. Die Kunden wollten den teuersten Sofort-Lieferservice ihrer Bestellungen, seien aber nicht bereit, dafür zu bezahlen. „Die Lieferkosten auf der letzten Meile werden bestimmt durch Arbeits- und Fahrzeugkosten, die kaum noch optimiert werden können“, so Martinson. „Die letzte Meile ist eines der größten Hindernisse vor allem für kleine und mittlere Unternehmen, die wachsen und Arbeitsplätze schaffen wollen.“ Sein Unternehmen entwickelt darum Roboterfahrzeuge, die derzeit in Hamburg getestet werden.


Stadtverkehr: Kommt die blaue Plakette?

In vielen deutschen Städten überschreiten die Belastungen durch Feinstaub Grenzwerte. Die Großstädte Stuttgart, Leipzig, München und Ulm kämpfen schon seit Jahren gegen höhere Emissionen durch den Verkehr.
In solchen Städten könnten nach einem Vorschlag des Bundesumweltministeriums und der Umweltminister der Länder schon in Kürze nur noch saubere Dieselfahrzeuge fahren dürfen. Für Logistiker heißt das: Lieferverkehre sind nur noch mit elektrischem Antrieb oder modernen Kraftfahrzeugen möglich.

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