Die Welt wird immer vernetzter: Chinas Gigantomanie in der Wasserversorgung

Keine zwei Jahre ist es her, dass China – das Land der neuen Superlativen – eines der ehrgeizigsten Projekte der Geschichte realisiert hat: Einen gigantischen Kanal zwischen dem Wasserreservoir Danjiangkou in der Süd-Provinz Hubei und der Hauptstadt Peking. Der Kanal ist ein Teilstück eines riesigen Nord-Süd-Wassertransferprojektes und soll über eine Länge von mehr als 1400 Kilometern mehr als 44,8 Milliarden Kubikmeter Wasser aus dem Süden nach Norden transportieren. Genug, um die trockene Hauptstadt Peking mit ihren 25 Millionen Einwohnern und die beiden anrainenden Provinzen mit je 80 Millionen Einwohnern mit dem lebenspendenden Nass zu versorgen.

“#Trockenheit in China: Das Nord-Süd-Transferprojekt bringt Milliarden m3 Wasser nach #Peking“

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Dafür hat Peking enorme Kräfte in Bewegung gesetzt. Mehr als 200.000 Arbeiter haben über zehn Jahre an dem Bau gearbeitet, umgerechnet rund 62 Milliarden US-Dollar soll das Vorhaben bislang gekostet haben. Neben der jetzt offenen zentralen Route soll es auch einen West- und einen Ostkanal geben. Letzterer folgt auf weiten Strecken einem historischen Vorläufer, dem alten Kaiserkanal. Diese Wasserstraße ist die längste und älteste von Menschen geschaffene Route, die auf langen Strecken immer noch befahren wird. Der Kaiserkanal ist stellenweise 2.500 Jahre alt, erstreckt sich über 1.794 Kilometer und verbindet ebenfalls Peking und den Norden Chinas mit dem Jangtse.


Gigantisches Wasserprojekt
Länge: mehr als 1.400 Kilometer, teils auf 2.500 Jahre alten Kanälen
Kosten: 62 Mrd. US-Dollar
Kapazität: 44,8 Milliarden Kubikmeter Wasser
Vorteil: Wasserversorgung von mehr als 100 Millionen Menschen