Elektromobilität im Nahverkehr: Einsatz unter Realbedingungen

DB Schenker baut die Elektromobilität im Unternehmen weiter aus. Im Rahmen des iHub-Forschungsprojektes hat der Logistikdienstleister einen elektrischen 12-Tonner erworben, der ab September in Berlin eingesetzt werden soll. „Der Lkw ersetzt einen dieselbetriebenen Lastwagen gleicher Größe. Der klimaneutrale Lastwagen vermeidet im Jahr fast 19 Tonnen Kohlendioxid“, erläutert Martin Sonnenberg, Global Innovation Manager. Mit dem Fahrzeug will DB Schenker in der Geschäftsstelle Berlin den täglichen Einsatz testen, denn grundsätzlich fahren 12-Tonner-Lkw im Nahverkehr.

Martin Sonnenberg

„Der Lkw ersetzt einen dieselbetriebenen Lastwagen gleicher Größe. Der klimaneutrale Lastwagen vermeidet im Jahr fast 19 Tonnen Kohlendioxid.”

Die Schenker Deutschland AG untersucht mit dem iHub-Projekt die intelligente Disposition im Mischbetrieb in einer Geschäftsstelle. Dabei geht es darum, elektrische und dieselbetriebene Fahrzeuge so einzusetzen, dass sie ihre technologischen Vorteile voll ausspielen können. Dafür setzt DB Schenker drei Elektro-Lkw ein. Sie fahren auf Routen, die von einer ausgeklügelten Software optimiert wurden. Das Projekt wird vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert; DB Schenker arbeitet unter anderem mit dem Institut für postfossile Logistik an der Hochschule Bochum, dem sächsischen Fahrzeughersteller Framo und der PTV Planung Transport Verkehr zusammen.
Hintergrund des iHub-Projektes ist die Notwendigkeit, den Ausstoß von klimaschädlichen Gasen und Kohlendioxid im Verkehr zu begrenzen.

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Elektromobilität ist die ideale Möglichkeit, um den CO2-Ausstoß zu senken – solange der Strom aus erneuerbaren Quellen stammt. Ersetzt ein 12 Tonnen-Elektro-LKW einen 12 Tonnen-Diesel-Lkw, sinkt der CO2-Ausstoß pro 100 Kilometer Fahrstrecke um 52 Kilogramm. Bei theoretisch 3.000 gefahrenen Kilometern im Monat vermeidet also ein elektrisch betriebener LKW fast 18,7 Tonnen CO2 pro Jahr.
„Wir haben schon mit dem Einsatz des 5-Tonners im Nahverkehr wertvolle Erfahrungen gewonnen – vor allem im Umgang mit der Technik“, so Sonnenberg. Das Fahrzeug hat sich mit einer Reichweite von rund 90 Kilometern im Alltag bewährt. Der neue 12-Tonner soll nun seine größere Reichweite von 150 Kilometern jeden Tag ausschöpfen. Dafür bietet die Berliner Geschäftsstelle des Logistikers eine perfekte Grundlage: Durch die verkehrsgünstige Lage entfallen lange Anfahrten zum Logistikzentrum oder in die Innenstadt.

Hohe Preise, geringe Stückzahlen

Noch allerdings ist der Einsatz elektrischer Lkw im täglichen Geschäft eher Zukunftsmusik. Während einige Dienstleister im KEP-Geschäft mit elektrischen Fahrzeugen erfolgreich unterwegs sind, stellen Fahrzeuge ab 7,5-Tonnen die Logistiker vor ungleich größere Herausforderungen.

“#iHub-Projekt von DB #Schenker – clevere Einsatzplanung von elektrischen Lkw im #Nahverkehr“

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Grund dafür sind zum einen die geringen Reichweiten, die den Einsatz im alltäglichen Nahverkehr begrenzen. Zum anderen sind große Lastwagen als Einzelanfertigung mit geringen Stückzahlen sehr teuer. Die großen Hersteller wie MAN oder Daimler wollen erst im kommenden Jahr elektrische Lkw anbieten. DB Schenker arbeitet daher mit dem sächsischen Unternehmen Framo zusammen, das vor einiger Zeit als Entwickler für elektrische Lastwagen neu gegründet wurde.


Kontakt
Martin Sonnenberg
Global Innovation Manager
E-Mail: Martin.Sonnenberg@dbschenker.com