Interview

Frachtplattform Drive4Schenker: Warum Carrier, Fahrer & Disponenten profitieren

Ob in der Tourismusbranche, im Taxigewerbe oder im Handwerk – digitale Plattformtechnologien krempeln ganze Wirtschaftszweige um. Das gleiche Ziel verfolgt DB Schenker im Bereich Direct Freight mit Drive4Schenker. Die Online-Plattform, die auf der Technologie des US-Partners uShip basiert, bietet Carriern einfachen und schnellen Zugang zu Teil- und Komplettladungen.

Transport über die Plattform: digitale Interaktion mit Drive4Schenker | logistik aktuell

DB Schenker führt die Plattform „Drive4Schenker“ ein, um die gesamte Interaktion zwischen DB Schenker und Frachtführern in Zukunft elektronisch abzuwickeln.

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Im Interview sprach logistik aktuell mit Marc Papenhoff, Head of Drive4Schenker, und seinem Kollegen Alexander Ferber, Head of Road Brokerage Domestic, der im Cluster DE / CH für Drive4Schenker verantwortlich ist. Sie erklärten uns, worauf es bei der Entwicklung der App ankommt und warum alle Nutzer von der Frachtplattform profitieren – Frachtunternehmen und ihre Fahrer genauso wie die Disponenten von DB Schenker.

logistik aktuell: Herr Papenhoff, Anfang des Jahres ist Drive4Schenker an den Start gegangen. Wie entwickelt sich die Frachtplattform im ersten halben Jahr?

Marc Papenhoff: Drive4Schenker kommt gut an – auch wenn wir noch einiges tun müssen, um unsere ambitionierten Ziele zu erreichen. Vom Nutzen bin ich überzeugt, denn die Vorteile, die Drive4Schenker für Frachtführer und Disponenten mit sich bringt, erleichtern unseren Arbeitsalltag ungemein.

Wie profitieren denn die genannten User?

Marc Papenhoff: Erstens sind da die Frachtunternehmen. Für sie stellt Drive4Schenker eine einfache Möglichkeit dar, die Anzahl der Leerfahrten zu reduzieren. Gleiches gilt übrigens auch für unsere eigenen Kapazitäten. Denn über die Plattform finden Carrier wie auch unsere Charter-Disponenten europaweit Ladungsangebote aller Schenker Geschäftsstellen. Außerdem erlaubt Drive4Schenker eine beschleunigte Übermittlung von Ablieferbelegen. Das kann zu kürzeren Zyklen bei der Erstellung von Gutschriften führen. Da das finanzielle Polster vieler Carrier relativ gering ist, bedeutet das einen echten Benefit.

Alexander Ferber: Gleichzeitig profitieren aber auch die Fahrer. Dadurch, dass wir viele Arbeitsschritte digitalisiert haben, muss weniger Papierkram erledigt werden und auch die Abstimmung mit ihren Unternehmen ist einfacher. Ihren Status beispielsweise teilen sie mit ein paar wenigen Klicks in der App mit, anstatt telefonieren zu müssen. Sämtliche Statusmeldungen stehen dann natürlich auch unseren Disponenten in den Geschäftsstellen zur Verfügung.

Marc Papenhoff: Außerdem gibt es weitere praktische Funktionen, wie den integrierten Routenplaner.

Bleiben wir bei den Disponenten: Wie verändert sich deren Arbeit durch Drive4Schenker?

Alexander Ferber: Stellen sie sich folgendes Szenario vor: Ein Disponent hat eine Liste mit seinen bevorzugten Frachtunternehmen. Wenn sie früher Fracht vermitteln wollten, haben sie diese von oben nach unten abtelefoniert oder E-Mails geschrieben. Das war relativ zeitintensiv, was gerade bei kurzfristigen Transporten problematisch werden kann. Außerdem richten sich die Angebote dadurch nur an eine begrenzte Anzahl von potenziellen Frachtführern.

Bei Drive4Schenker stellen die Disponenten ihre Frachtangebote ein, auf die tausende, zertifizierte Frachtunternehmen europaweit zugreifen und Angebote abgeben können. Der Disponent entscheidet dann am Ende, welchen Carrier er wählt. Über Drive4Schenker hat er Zugriff auf die hinterlegten Profildaten sowie deren Bewertung.

“Wie @Drive4Schenker den Bereich #DirectFreight umkrempeln will. #Frachtplattform #Carrier“

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Marc Papenhoff: Das funktioniert auch schon sehr gut, trotzdem gibt es für uns noch eine Menge zu tun. Die Entwicklung von Apps ist ja nicht mit dem Launch abgeschlossen, sondern ein stetiger Prozess.

An was arbeiten Sie im Momente und auf was legen Sie dabei besonderen Wert?

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Marc Papenhoff: Um den Disponenten ihre Arbeit weiter zu erleichtern, bauen wir gerade eine „Brücke“ zwischen dem Dispositionssystem und Drive4Schenker. Ziel davon ist, dass ein Frachtangebot mit nur wenigen Klicks in die digitale Frachtbörse exportiert werden kann.

Alexander Ferber: Für unsere Disponenten würde das auf jeden Fall eine deutliche Erleichterung bedeuten. Momentan müssen die Angebote ja noch manuell eingestellt werden. Mit der Integration werden auch die Kunden in Zukunft Echtzeit-Infos über den Status einer Sendung erhalten. Für sie bringt das einen großen Nutzen.

Gibt es weitere Baustellen, an denen Sie arbeiten?

Marc Papenhoff: Insgesamt feilen wir kontinuierlich daran, unsere Apps so intuitiv und einfach wie möglich zu gestalten – Stichwort „User Experience“. Dabei geht es teilweise nur um Kleinigkeiten wie die Farbe eines Buttons. Gleichzeitig denken wir aber auch immer über neue Funktionen nach. Absolut wichtig dabei ist, sich in die Lage unserer Nutzer zu versetzen und ihre Bedürfnisse und Probleme im Arbeitsalltag zu verstehen. Deshalb sprechen wir regelmäßig mit Fahrern, Carriern und den Disponenten. Außerdem haben wir auch in unserem Team Experten, die teilweise selbst operativ gearbeitet haben – zum Beispiel als Fahrer. Für die Weiterentwicklung der Frachtplattform ist das von entscheidendem Wert.

Danke für das nette und aufschlussreiche Gespräch und weiterhin viel Erfolg mit Drive4Schenker!