Weinlogistik – Steuer- und Zolllager ersparen den Kunden viel Geld

Logistik für den Groß- und Einzelhandel ist mehr als der Transport von Ware. Mit innovativen Lösungen und ausgefeilten Prozessen unterstützen Logistikdienstleister ihre Kunden dabei, sich am Markt zu positionieren. Zum Beispiel in der Weinlogistik: Hier unterstützt ein spezielles Steuerlager den Vertrieb von Weinen. DB Schenker betreibt ein solches Steuerlager in der Geschäftsstelle in Bingen.

Jürgen Müller

„Ein Steuerlager bietet unseren Kunden viel Flexibilität, um auf den schwankenden Markt zu reagieren.“

In Bingen schlägt das Herz der deutschen Weinkultur – schon vor zweitausend Jahren wurden hier Weine angebaut. Heute betreibt der Logistiker Schenker Deutschland hier im Nordwesten von Rheinhessen, Deutschlands größtem Weinanabaugebiet, zwei Logistikzentren. Dabei bietet DB Schenker nicht nur klassische Logistik- und Lagerservices rund um Wein oder Kaffee an, sondern eine ganze Reihe von Mehrwert-Dienstleistungen für die Handelskunden – von der Reinigung über individualisierte Verpackungen bis zum besagten Steuerlager. Die Idee dahinter: Solange die Weine und alkoholhaltigen Waren noch nicht zum Kunden gehen, zahlen Auftraggeber keine Steuern oder Zölle. Das können bei hochprozentigen Getränken schnell hohe Beträge sein.

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Hochbetrieb zum Jahreswechsel

„Vor allem vor den Feiertagen herrscht hier Hochbetrieb“, erzählt Jürgen Müller, Betriebsleiter in Bingen-Sponsheim, in den geschäftigen Lärm der Halle. Große Weinkunden lassen hier ihre Getränke auf Abruf lagern. Die 31.000 Quadratmeter großen Hallen sind gegen den Frost beheizbar, im Winter herrschen hier laue Temperaturen über zehn Grad Celsius. 36.000 Paletten finden in den Hochregalen Platz. 42 Mitarbeiter sorgen im Zweischichtbetrieb dafür, dass an diesem Standort alles rund läuft. Erst seit anderthalb Jahren ist diese Anlage in Betrieb, die ihre Abläufe eng mit der Landverkehrsgeschäftsstelle in Waldlaubersheim gekoppelt hat.

Flexibilität und Cashflow

Das Steuerlager als Teil der Gesamtanlage bietet einen besonderen Mehrwert: Solange die Ware sicher in den Regalen von DB Schenker verstaut liegt, sparen die Auftraggeber – darunter namhafte Handelskonzerne und renommierte Weinhändler – oft stattliche staatliche Abgaben. „Solch ein Steuerlager bietet unseren Kunden viel Flexibilität, um auf den schwankenden Markt zu reagieren“, erläutert Müller. „Gleichzeitig haben die Kunden einen Cashflow-Vorteil. Sie zahlen Steuern erst, wenn die Ware in den Handel kommt. Und schließlich erspart so ein Lager im Zweifel die komplizierte Abrechnung von unterschiedlichen Verbrauchssteuersätzen beim Handel innerhalb der Europäischen Union.“

“#Jahreswechsel 2018 – derzeit läuft das #Weinlogistik-Lager von DB Schenker in #Bingen im Hochbetrieb“

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Allerdings ist der Betrieb solcher Einrichtungen streng geregelt. Steuerlager müssen vom Staat genehmigt und beaufsichtigt werden. Für die Abrechnung muss die IT entsprechend ausgelegt sein, um lückenlos die Lagerung der Ware zu dokumentieren. Und schließlich sind auch die Mitarbeiter gefragt: Sie müssen belegen können, aus welchen Bereichen im Outbound sie die Ware abgeholt haben. Hier, an dieser Schnittstelle zwischen Handel und Steuerrecht, darf ihnen kein Fehler unterlaufen. „Weinlogistik ist ein Geschäft für Profis“, sagt Müller.

Steuerpflicht


Steuerlager sind Orte, an denen oder von denen verbrauchsteuerpflichtige Waren unter Steueraussetzung, also unversteuert, hergestellt, be- oder verarbeitet, gelagert, empfangen oder versandt werden dürfen. Der Begriff verbrauchsteuerpflichtige Waren umfasst Branntwein sowie branntweinhaltige Waren (Erzeugnisse), Bier, Schaumwein, Zwischenerzeugnisse, Alkopops, Tabakwaren und Kaffee.