9 Zukunftsszenarien für den urbanen Raum

Wolfgang Lehmacher ist Fachbuchautor, Unternehmer und Director Supply Chain and Transport Industries beim World Economic Forum und hat zuletzt in mehreren Publikationen Szenarien zum Wandel im urbanen Raum beschrieben. Hier eine Auswahl und knappe Beschreibung dieser Zukunftsentwürfe, die auch weitreichende Effekte auf die Logistik haben werden.

Gebäudeautomation nimmt zu

Smart Stadium - Was kann das Stadion der Zukunft? | logistik aktuell

Unter dem Begriff Smart Stadium werden alle neuen technologischen und ökologischen Entwicklungen rund um die Stadien der Welt zusammengefasst.

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Smarte Häuser werden zunehmend selbstständig Regulation und Wartung ihrer selbst verwalten. So reagieren Rollläden oder Heizanlagen auf die Anwesenheit der Bewohner sowie die Witterung und lassen sich auch in Abwesenheit per Smartphone-App steuern und überwachen.

Haushaltsgeräte sind standardmäßig vernetzt

Auch die Haushaltsgeräte werden zunehmend smart. Der Kühlschrank ordert Nachschub und bezahlt mittels Kryptowährung oder die Waschmaschine lässt sich per Fernwartung durchchecken.

Mobilität entwickelt sich zum Service

Der Zugang zu individueller Mobilität ist nicht mehr an den Besitz eines Transportmittels geknüpft. Das eigene Auto als Mobilitätsgarant wird speziell in Innenstädten zunehmend unattraktiv und abgelöst von vernetzten und flexiblen Mobilitäts-Services. Es wird das Beförderungsmittel gewählt, was gerade am besten zu den eigenen Bedürfnissen passt. Die verschiedenen Transportmodi aus den Bereichen Individualverkehr und öffentlichem Verkehr werden stärker miteinander vernetzt und in einen umfassenden Mobilitäts-Service integriert.

Mobile Devices bieten zentrales Monitoring

Für das Geschäft der Zukunft setzt DB Schenker auf Datenanalytiker | logistik aktuell

Data Analytics wird für Logistiker immer wichtiger: DB Schenker baut eine eigene Datenanalyse-Abteilung für neue Geschäftsmodelle auf.

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Alle gebuchten Services, Versandartikel, Abonnements und smarten Gerätschaften können von überall und jederzeit über das Smartphone oder ein anderes mobiles Gerät verfolgt werden. Ein Blick auf das Smartphone gibt Auskunft über den aktuellen Zustand, viele Prozesse lassen sich zudem über das Smartphone beeinflussen und steuern. Das Smartphone wird zur Fernbedienung für alles.

Verkehrsdichte nimmt zu

Parkplätze werden weiterhin Mangelware sein. Ein Grund mehr, warum das eigene Auto zunehmend als Belastung gesehen werden wird. Hinzu kommt eine sich verschärfende Parkplatznot für Lieferfahrzeuge, aufgrund des stark zunehmenden Online-Handels und der KEP-Services.

Mobilität wird schadstoffärmer

Damit die Luftverschmutzung und Lärmbelästigung in den Ballungsräumen nicht weiter ansteigt, werden alternative Antriebe bevorzugt. Elektromotoren treiben Autos genauso wie Fahrräder an.

Individualisierte Produkte

Der 3D-Druck ermöglicht eine kostengünstige Produktion in Losgröße 1. So lassen sich beispielsweise Schuhe direkt für den Fuß des Trägers produzieren. In Zukunft wird ein großer Markt für personalisierte Produkte entstehen, die digital bestellt und an die Tür geliefert werden.

“Individualisierte Produkte, #Mobilitaet als Service, mehr #Cyberkriminalitaet – und das sind nur drei von neun Zuklunftsthesen von @W_Lehmacher ‏(World Economic Forum – @wef)“

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Cyber-Krimininalität

Wo Licht ist, dort ist auch Schatten. Mit der Zunahme digitaler Daten wird auch der illegale Missbrauch dieser Datenbestände zu einem wachsenden Problem.

Neustrukturierung der Letzten Meile

Viele der obigen Szenarien erschließen im Zusammenspiel eine zentrale logistische Aufgabe: die Zustellung auf der letzten Meile. Bei zunehmendem Verkehr und sich veränderndem Einkaufsverhalten – das beispielsweise bei individualisierten Produkten vom stationären Handel gar nicht mehr bedient werden kann – wird die Zustellung zum Nadelöhr. Dies gilt besonders im urbanen Raum. Verschiedenste Konzepte werden aktuell erprobt, um dieses Problem zu lösen. Angefangen beim Paketkasten vor der Haustür über futuristische Zustellroboter bis hin zu gemeinschaftlich genutzten Mikro-Depots durch die verschiedenen KEP-Dienstleister.