Mobilität von Morgen: The Drop, Noah und Enjoy aus dem Drucker

Eines der Versprechen der Digitalisierung ist eine grenzenlose Produktwelt aus dem 3D-Drucker. Aus Pulver sollen nach digitalen Vorgaben die unglaublichsten Produkte entstehen und klassische Waren in den Schatten stellen. Jeden Monat gibt es zum Beispiel neue Nachrichten über Fahrzeuge, die teils oder zur Gänze aus verschiedenen Grundstoffen gedruckt werden.

3D-Druck in der Autoindustrie senkt die Kosten in der Lieferkette | logistik aktuell

3D-Druck hat sich in der Autoindustrie durchgesetzt. Noch wird es nicht in der Großserienfertigung eingesetzt, beeinflusst aber schon die Logistik.

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In Neuseeland hat mit „The Drop“ das erste 3D-gedruckte elektrische Fahrzeug für Aufsehen gesorgt. Das dreirädrige Gefährt ist mit einer geplanten Reichweite von rund 300 Kilometern vor allem für Pendler geeignet. „Nach unserer aktuellen Finanzierungsrunde wollen wir in den nächsten sechs Monaten einen Prototypen bauen, um das Fahrwerk und den elektrischen Antrieb zu testen“, sagt der Unternehmer Ira Munn, der hinter dem Konzept steckt.

Der Wagen wird im FMD-Verfahren gefertigt. Dabei werden recycelte Kunststoffe geschmolzen und anschließend zu einem Bauteil gedruckt. 10.000 US-Dollar soll der Bausatz in etwa kosten, wenn er im kommenden Jahr auf den Markt gelangt.

Enjoy: Ein Fahrzeug für Sharing Modelle

Dabei hat der österreichische Unternehmensberater Roman Haslauer mit seinem Team ein ähnliches Konzept entwickelt. Das Elektroauto namens „enjoy“ verfügt über eine Außenhülle mit einem Speziallack. Der verwandelt Licht in Strom und speist damit die Antriebsbatterien. Das Besondere an dem Kleinwagen: Seine Struktur soll von österreichischen Firmen aus heimischem Holz und Leder hergestellt werden. Nur die Außenhülle wird im 3D-Drucker gefertigt. Der Wagen soll knapp eine halbe Tonne wiegen und Nutzern vor allem im Sharing-Modell zur Verfügung stehen.

In den Niederlanden wiederum haben Studenten der TU Eindhoven das zweisitzige Konzeptauto Noah entwickelt. Es eignet sich besonders für den Stadtverkehr. Noah besteht überwiegend aus Plastikabfällen, die in Pulverform 3D-gedruckt werden. An der Entwicklung war auch der niederländische 3D-Druck-Spezialist Oceanz beteiligt. Fahrgestell, Karosserie und Interieur werden aus biologisch angebauten Materialien hergestellt. Besonders an Noah ist: Das Fahrzeug soll nur 350 Kilo wiegen und mit Elektroantrieb maximal 240 Kilometer weit fahren. Noah soll im Juni 2018 in sieben europäischen Städten die Menschen von den Vorteilen nachhaltiger Elektromobilität überzeugen.

Auch der Motor kann gedruckt werden

Bislang waren jedoch weniger das Fahrzeug mit Karosserie und Fahrgestell, sondern vor allem die Antriebskomponenten die Herausforderung für die 3D-Druck-Ingenieure. Nun aber ist es Forschern von der TU Chemnitz erstmals gelungen, einen Elektromotor in diesem Verfahren herzustellen. Das Team konnte die drei wichtigsten Motorkomponenten Kupfer, Keramik und Eisen durch einen Multimaterialdruck in einem Druckvorgang herstellen. Dabei werden Pasten nacheinander durch Düsen extrudiert, um so alle Schichten dreidimensional aufzubauen.

“#TheDrop aus Neuseeland: ‘Das Auto aus dem #3D-Drucker rückt in greifbare Nähe’, sagt Ira Munn.“

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Doch wann diese Fahrzeuge auf unseren Straßen rollen werden, ist unklar. Denn auch sie benötigen die Zulassung für den Straßenverkehr durch die Prüforganisationen wie DEKRA oder TÜV. Manche Dinge ändern sich eben nie.