Autonome Wiesel – DB Schenker setzt auf Automatisierung in der Logistik

Logistik wie von Geisterhand: Langsam setzt das Fahrzeug rückwärts an die Laderampe und schiebt sich unter die Wechselbrücke. Dann hebt es die tonnenschweren Ladebehälter mühelos an und fährt los. Das Fahrzeug folgt einer unsichtbaren Route und erreicht wenige Minuten später sein Ziel: Nachdem die Wechselbrücke sicher auf ihren vier Beinen steht, schlüpft das Fahrzeug darunter hervor und macht sich auf den Weg zur nächsten Aufgabe.

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Automatisierte Prozesse wie dieser werden in Zukunft Alltag in Umschlag-Hubs und Logistikzentren sein. DB Schenker stellte daher Mitte Juli einen neuen Meilenstein bei der Automatisierung vor: Als erster Logistikdienstleister weltweit testet das Unternehmen den Einsatz eines automatisierten „Wiesel“. Das Fahrzeug wird von der Firma Kamag hergestellt und kann Wechselbrücken auf Logistikhöfen vollkommen selbständig bewegen, ohne dass ein Fahrer an dem Vorgang beteiligt ist. „Wir nutzen bereits heute fahrerlose Transportsysteme und wollen dies weiter ausbauen“, sagt Erik Wirsing, Vice President Global Innovation der Schenker AG. „Gerade in unseren Logistikzentren können wir deutlich effizienter und schneller werden.“

Autonome Fahrzeuge brauchen Daten

Die Vorteile der automatisierten Abläufe erschließen sich erst mit der richtigen IT. Das autonome Fahrzeug muss wissen, welche Ware an welchem Ort steht und wohin sie transportiert werden soll. Gleichzeitig muss das Fahrzeug die Wechselbrücke genau erkennen und aufnehmen können, um sie nicht zu beschädigen.

Ein großer Vorteil der automatisierten Fahrzeuge: Sie sind nachhaltiger, weil sie effizienter fahren und weniger Schadstoffe und Geräusche ausstoßen. Besonderen Wert legten die Entwickler und der Logistiker auf das Thema Sicherheit. Die präzisen Lasersensoren des Fahrzeugs erkennen mögliche Hindernisse und sorgen dafür, dass der Wiesel selbstständig und schnell bremst.

Hoher Umschlag in Nürnberg

In einem ersten Schritt testet DB Schenker vier Wiesel in seiner Nürnberger Geschäftsstelle. Ziel ist es, automatisierte Prozesse auf dem Betriebsgelände zu erproben und anschließend zu analysieren. Dafür bietet sich Nürnberg vor allem wegen des hohen Umschlags an: Rund 2.500 Tonnen Fracht werden vom Areal der Geschäftsstelle im Hafen jeden Tag mit dem Laster und als Luft- oder Seefracht zu den Kunden versandt. Das bedeutet, dass jeden Tag 1.100 Wechselbrücken zwischen 130 Laderampen bewegt werden müssen. Diese Aufgabe übernehmen bisher klassische Wechselbrücken-Transporter

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Für den autonomen Testbetrieb rüstete Kamag die Standard-Wiesel technisch auf. „Das Pilotprojekt mit DB Schenker ermöglicht uns, die Technik im konkreten Logistikalltag zu testen. Dies wird uns Erkenntnisse für die weitere Produktentwicklung liefern“, sagt Kamag-Geschäftsführer Bernd Schwengsbier.

Kontakt

Erik Wirsing
Vice President Global Innovation
Erik.Wirsing@dbschenker.com