Gastbeitrag von Erik Wirsing

„Überleben ist keine Pflicht – aber unser Auftrag“

Digitalisierung und Globalisierung sind zwei Schlagworte für den immer schnelleren Wandel unserer Welt. Längst hat sich auch unsere Branche, die Logistik, zutiefst verändert. Heute drängen immer neue Player in den Markt. Sie schaffen mit neuen Konzepten und Ideen eine „neue“ Welt, die noch vor wenigen Jahren als Vision eines Träumers gegolten hätte. Wer hätte noch vor kurzem gedacht, dass Uber ohne ein einziges eignes Fahrzeug zum weltweit größten Taxi-Unternehmen werden würde? Oder dass Airbnb ohne ein Hotelzimmer die weltweit größte Agentur für Unterkünfte werden würde?

Neue, disruptive Konzepte haben auch in der Logistik Einzug gehalten. Denn gerade unsere Branche bietet sich für digitale Umbrüche an: Die Logistik der „alten“ Welt ist bis heute global tätig, hochmanuell, häufig noch sehr intransparent und im industriellen Maßstab tätig. Wir können diese Trends nicht abwenden, sondern müssen darauf reagieren. Wenn wir die “alte” Welt aus dem Blick verlieren, sind wir schnell am Ende. Haben wir die “neue” Welt nicht im Blick, dann gibt es für uns keine Zukunft.

Erik Wirsing, Head of Innovation, DB Schenker

„Der Markt wächst, aber die klassische Speditionsleistung hat daran immer weniger Anteil.”

Für uns als Logistiker und für einen Logistikdienstleister wie DB Schenker bedeutet das: In ein und demselben Unternehmen müssen wir mit zwei Geschwindigkeiten handeln. Wir sind künftig „beidhändig“ unterwegs: Auf dem Markt von heute wollen wir unsere Führungsposition behalten. Zugleich müssen wir jetzt handeln, um die Märkte von morgen zu sichern.

Denn Logistik wird immer digitaler. Der Markt wächst, aber die klassische Speditionsleistung hat daran immer weniger Anteil. Im Jahr 2021 wird voraussichtlich jeder fünfte Euro in der Branche mit digitalen Geschäftsmodellen erwirtschaftet. Neun Jahre später sind es schon 45 Prozent!

Unsere Ökosysteme

DB Schenker hat sich bereits darauf eingestellt. Wir bauen eigene digitale Ökosysteme auf. Durch unser DB Schenker Enterprise Lab for Logistics and Digitization zum Beispiel. Aber auch durch die enge Zusammenarbeit mit mehr als 35 Start-ups. Natürlich auch mit der Deutschen Bahn – es ist ja für uns ein ungeheurer Vorteil, dass wir auf die DB-Expertise im DB Innovation Network zurückgreifen können.
Und schließlich durch unsere Kunden: Die Digitalisierung verändert unsere Beziehung zu ihnen. Nie zuvor wussten wir mehr über unsere Kunden als heute. Weil sie Kooperationen, Partnerschaften und gemeinsame Modelle mit uns suchen. Aus diesen Ökosystemen generieren wir Daten und Informationen. In denen finden wir neue Ideen und Geschäftsmodelle.

Wir machen Träume wahr

Doch wie setzen wir unsere Träume um? Wie bringen wir die Themen aus den Speedbooten auf unseren „Tanker“ DB Schenker?
Wir haben Erfahrung damit, Ideen und Konzepte zu realisieren, die uns schlüssig erscheinen. Zum Beispiel bei Sensoren an unseren Containern. Wir haben die früh schon als Zusatzmodule den Kunden angeboten, die es wirklich genau wissen mussten. Heute sind sie die Grundlage für viele neue Services: Von Dokumentationen über das Tracking bis zur reibungslosen Überwachung des der Fracht.
Im 3D-Druck-Verfahren, der disruptiven Technologie par excellence, arbeiten wir mit ausgewählten Kunden zusammen, um die Logistik neu aufzustellen. Durch das Platooning unserer Lkw können wir nicht nur Transporte nachhaltiger machen – wir reagieren damit langfristig auch auf den Fahrermangel. Ebenso wie beim autonomen Fahren: Auch hier sind wir mit ersten Piloten in Schweden unterwegs.

“Erik Wirsing, Head of Innovation bei DB Schenker, über Neuaufstellung in der #Logistik durch #disruptiveTechnologie. “

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Bereitschaft zum Neuen

Dabei zeigt sich etwas, das die zwei Geschwindigkeiten in einem Unternehmen erst ermöglicht: Nicht jeder bei DB Schenker ist zum digitalen Entrepreneur geboren. Aber jeder bei uns soll wissen, dass Digitalisierung ihn nicht ersetzen, sondern ihm helfen soll – in der „alten“ wie in der „neuen“ Welt.
Solange Dinge gefertigt, gehandelt, gebraucht und gelagert werden, solange wird es Logistik geben. Der Schlüssel zu einer Zukunft aber, in der „alte“ und „neue“ Welt nebeneinander existieren, sind Offenheit, Neugier und die Bereitschaft umzudenken.