Elektromobile Wassertaxen – Schweizer testen SeaBubble in Genf

Mobilität in den Metropolen von morgen: Das bedeutet, auch die Wasserwege konsequenter und intelligent zu nutzen. Mit dem futuristischen und emissionsfreien Wassertaxi SeaBubbles erproben die Schweizer auf dem Genfer See ein neuartiges Transportmittel, das weder die Umwelt noch städtische Infrastrukturen belastet. Die Testphase soll bis zum Jahresende gehen.

Autonome Schifffahrt: Norwegen probt die Praxis auf eigenen Testfeldern | logistik aktuell

Norwegen weist Testgebiete für autonome Seefahrt aus. Zwei Unternehmen wollen nun das erste elektrisch angetriebene, autonome Schiff bauen.

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Vier Meter lang und zwei Meter breit ist ein SeaBubble aus Fieberglas. Es fährt auf einem U-förmigen und einem T-förmigen Flügel, sogenannten Foils, über das Wasser. Dabei drückt der Auftrieb die unter dem Wasser liegenden Tragflügel nach oben. Das Gefährt schwebt dank der kufenartigen Foils über der Wasseroberfläche. Der Vorteil dieses Verfahrens: der Reibungswiderstand sinkt massiv, der Antrieb benötigt weniger Energie, und das Boot gleitet unbeeinflusst von Wellen und anderen Beeinträchtigungen an der Wasseroberfläche zum Ziel. So bietet sich das Gefährt als perfektes umweltfreundliches Wassertaxi für bis zu fünf Passagiere an.


Im Einsatz auf dem Genfer See. © SeaBubble.com

Im Einsatz auf dem Genfer See. © SeaBubble.com

Das kleine Fieberglas-Gefährt in der Seitenansicht. © SeaBubble.com

Das kleine Fieberglas-Gefährt in der Seitenansicht. © SeaBubble.com

So könnte das künftige Dock in Genf aussehen © SeaBubble.com

So könnte das künftige Dock in Genf aussehen © SeaBubble.com


    Um jederzeit die optimale Höhe über dem Wasser und den geringsten Reibungswiderstand zu garantieren, ist die Unterseite des Bootes mit vielen Sensoren ausgestattet, die jederzeit seinen genauen Zustand ermitteln. Der 20 Kilowatt starke Elektromotor kann das Gefährt auf bis zu 15 Knoten beschleunigen – umgerechnet 28 Stundenkilometer.

    Ein ganzes Seabubble-System aus Boot, Dock und App

    Das Boot ist Teil eines ganzen Systems: Passagiere buchen die Fahrt über eine eigens entwickelte App. Über ein Dock steigen sie ein und aus. Das Dock dient gleichzeitig als Ladestation für die Elektromotoren. Es bezieht den Strom aus Solarpanelen, von Windrädern und Unterwasserturbinen, die auf den Gezeitenstrom reagieren.

    Hinter den Seabubbles steckt das französische Start-up gleichen Namens, das die beiden Franzosen Alain Thébault und Anders Bringdal gegründet haben. Mit der Foiling-Technik kennt sich Segler Thébault aus: Zusammen mit dem Windsurfer Bringdal hat er ein Segelboot gebaut, das 2009 zum ersten Mal schneller als 100 Kilometer pro Stunde segelte. Die Erfahrungen, die das Team beim Bau des Rekordbootes gesammelt hat, sind nun in die Konstruktion der SeaBubbles eingeflossen.

    Viel Lob für die Technik

    In den vergangenen Monaten haben die Franzosen SeaBubbles in verschiedenen Städten getestet, darunter in Paris, in Venedig, in Saint Tropez und in Dubai.
    Für ihre Technik bekommen die beiden jedenfalls viel Lob: Der britische Automobilhersteller Land Rover hat Bringdal und Thébault vor kurzem den Designpreis Born-Award verliehen.

    “#Seabubbles – smarte Boote gleiten nachhaltig und sparsam über die Wasseroberfläche“

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