IAA, InnoTrans und BVL-Kongress: Mobilität der Zukunft

Verstädterung, Mobilität, Nachhaltigkeit – diese drei Megatrends gilt es, miteinander in Einklang zu bringen, um auch in den kommenden Jahren Güter und Menschen zuverlässig und schnell transportieren zu können. Wie das gelingen soll, darüber diskutieren derzeit Logistiker, Stadtplaner, Politiker und Fahrzeughersteller.

Die IAA Nutzfahrzeuge steht 2018 unter dem Motto „Driving tomorrow“. Urbane Logistik und Mobilität sind zentrale Fragen für die Branche. Digitalisierung, Vernetzung, automatisiertes Fahren, alternative Antriebe und Elektromobilität: Diese Themen stehen im Zentrum der Messe, die bis 27. September in Hannover stattfindet.

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Alternative Antriebe dominieren die IAA

Vor allem bei den alternativen Antrieben hat sich vieles getan. Nutzfahrzeuge mit nachhaltigen und elektrischen Antrieben dominieren die Stände. Viele batterieelektrische Transporter gehen jetzt in Serie oder sind schon verfügbar. Aus Konzeptstudien von vor zwei Jahren sind Serienmodelle geworden, die emissionsfrei und leise fahren. Ihre Batterien lassen sich in kurzer Zeit wieder aufladen und bieten eine Reichweite zwischen 120 und 200 Kilometern.

Auch die Automatisierung macht Fortschritte: Platooning-Verbände sind beispielsweise inzwischen technisch machbar. Die Vernetzung der Fahrzeuge untereinander und mit der intelligenten Verkehrsinfrastruktur nimmt zu. Künstliche Intelligenz sorgt zudem dafür, dass die Systeme miteinander verknüpft und laufend besser werden.

Mittlerweile geht es auch um die Sicherheit in urbanen Zentren. Ziel der Automobilhersteller ist die „Vision Zero“ – also null Verkehrstote. Entscheidend sind hier die Sensoren: Kameras, Radar- und LiDAR-Systeme sind heute schon einsatzfähig.

Längst sind aber nicht nur die Hersteller gefragt, sondern auch die Logistiker, die Konzepte und Ideen in der Praxis anzuwenden. Pilotprojekte beim Platooning wie auf der Autobahn A9 zwischen München und Nürnberg bieten den kooperierenden Partnern einen ungeheuren Mehrwert. Auch autonome Fahrzeuge wie der „Wiesel“ sind wichtige Etappen auf dem Weg zur Automatisierung.

Einfluss der Technik auf den Menschen

„Ich glaube, die größte Herausforderung für die Logistiker beim Thema Mobilität der Zukunft ist nicht allein technischer Natur“, sagt Erik Wirsing, Vice President Global Innovation bei der Schenker AG. Wirsing beschäftigt sich schon seit vielen Jahren intensiv mit dem digitalen Wandel, der die Logistikbranche umtreibt. Er weiss: „Es ist sehr wichtig, die Mitarbeiter mitzunehmen und eingespielte Abläufe so zu verändern, dass die technischen Möglichkeiten sich voll entfalten können.“ Und natürlich geht es auch darum, die Menschen in den Städten mit den neuen technischen Möglichkeiten vertraut zu machen.

“#iaa18 und #InnoTrans2018: Politik und Wirtschaft suchen nach Wegen für nachhaltige Mobilität in unseren Städten.“

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Um den Einfluss dieser technischen Errungenschaften auf die Menschen geht es daher nicht nur auf vielen Foren der IAA Nutzfahrzeuge. Sondern auch die zeitgleich stattfindende Innotrans in Berlin beschäftigt sich damit, wie zunehmende Digitalisierung Logistik effizienter gestalten kann. Und schließlich behandelt der BVL-Logistikkongress, der in Kürze in Berlin startet, das Thema „Digitales trifft Reales“. Dort diskutieren Fachleute und Experten, ob und wie digitale Techniken kurz- und mittelfristig die drängenden Probleme Der Branche lösen können.

Politische Kampagne

Auf politisch-konzeptioneller Ebene setzt die Europäische Kommission an. Am 16. September hat sie die 17. European Mobility Week gestartet. Diese Kampagne soll die Lebensqualität in den Städten durch saubere Mobilität und nachhaltigen Stadtverkehr verbessern. Mehr als 2.400 Städte und Gemeinden aus 50 Ländern – darunter München und Stuttgart, Straßburg oder Glasgow, Basel oder Helsinki werden dieses Jahr besondere Feierlichkeiten veranstalten. Sie wollen den Menschen die Möglichkeit geben, die Rolle der Mobilität in ihrem täglichen Leben zu erkunden und mit sauberen Verkehrsmitteln zu experimentieren. Den schließlich sind es die Menschen vor Ort, die die neuen Techniken und Verfahren einsetzen – und am eigenen Leib erleben.