New Work in der Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie hat das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben in der ganzen Welt kräftig durcheinandergebracht. Natürlich konnten nicht alle Berufe künftig von zuhause ausgeführt werden können. Pfleger, Ärzte, Polizisten, Servicekräfte, Landwirte oder Logistiker haben in den vergangenen Monaten die Gesellschaft zusammen- und am Laufen gehalten. Sie werden auch künftig Präsenz zeigen müssen.

Doch erstaunlicherweise hat die Umstellung auf das flexible Arbeiten abseits des Büros in vielen anderen Berufen gut geklappt. Virtualisierung, Flexibilisierung und Digitalisierung der täglichen Arbeitsabläufe haben in den vergangenen Monaten gezeigt, dass ziel- und leistungsorientiertes Arbeiten ohne dauerhafte Präsenz möglich ist. Fachleute gehen davon aus, dass theoretisch in Deutschland künftig zwei von fünf Arbeitsplätzen unabhängig vom Standort ausgeübt werden können.

Neue Arbeitsabläufe

Auch die Logistiker haben die veränderte Arbeitsweise und die Hygieneregeln stark beschäftigt. Vor Ort, in den Warehouses und Hubs, müssen nun neue Regeln befolgt werden. Verlangen Services nach dem physischen Einsatz der Mitarbeiter, sorgen strenge Umgangsregeln für deren Schutz. Auch in der Verwaltung haben neue Organisationsformen das mobile Arbeiten in die Arbeitsabläufe fest integriert.
„Die Corona-Pandemie hat uns allen klar und deutlich vor Augen geführt, dass die Präsenzkultur oft ein Hemmschuh ist. Wir werden unsere Zusammenarbeit zum Teil völlig neu erfinden müssen, und dafür brauchen wir neue Vereinbarungen, Spielregeln und adäquate Verhaltensweisen“, sagt Christa Stienen, Chief Human Resources Officer bei DB Schenker im Cluster Deutschland/Schweiz.

Vorteil der Digitalisierung

Wichtig für den Erfolg der neuen Arbeitsorganisation sind digitale Prozesse. Logistiker setzen seit Beginn der Corona Pandemie viel stärker auf die Digitalisierung, hat die Bundesvereinigung Logistik BVL in ihrer Studie „Trends und Strategien in Logistik und Supply Chain Management“ vom Juli 2020 festgestellt.
Dabei erweist sich eine zunehmende Digitalisierung in der neuen Arbeitswelt als hilfreich. Im Idealfall wird dank der IT und digitaler Tools mobiles Arbeiten integraler Bestandteil einer Arbeitswelt, die statt auf reine Präsenzkultur auf effiziente und intelligente Prozesse setzt.

Flexible Arbeitszeiten

Die Gestaltung der neuen Arbeitsform verlangt von allen Beteiligten ein entsprechendes Mindset: Virtuelle Konferenzen und Meetings müssen mit der richtigen Software gut gestaltet und vorbereitet werden, damit sie erfolgreich sind. Arbeiten von Zuhause verlangt außerdem Disziplin und Selbstkontrolle. Wer lieber in der Teeküche mit den Kollegen plauscht, wird vor dem Rechner daheim nicht glücklich.
„Im Verhältnis von Arbeitgeber und Arbeitnehmer spielen Nebenleistungen eine immer größere Rolle“, erläutert Christa Stienen von DB Schenker. Ein Beispiel dafür sind neue Arbeitszeitvereinbarungen. Das gilt auch bei DB Schenker: Wo möglich, werden flexible Arbeitszeiten realisiert.

Komplexe Führungsaufgaben

Arbeitgeber können die neue Arbeitsorganisation nutzen, um Mitarbeiter besser und enger an sich zu binden. Denn die neue Arbeitswelt müssten Arbeitgeber mit ihren Beschäftigten aushandeln, meint Prof. Dietmar Harhoff, Direktor im Bayerischen Forschungsinstitut für Digitale Transformation: „Studien weisen darauf hin, Home Office nicht zu übertreiben. Je nach Aufgabe scheinen zwei bis drei Arbeitstage pro Woche ideal.“ Die Flexibilität der Arbeitsmodelle würde zu einer verstärkten Digitalisierung von Prozessen, zur Verbesserung der Effizienz und damit zu Produktivitätssteigerungen führen. „Die Investition in Home Office lohnt sich also für Unternehmen“, so Prof. Harhoff.

“Abstand und Abschied von der Präsenzkultur: Neue Arbeitsformen finden auch in der Logistik Einzug #dbschenker #newwork “

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Freiraum und Kompetenz

Untersuchungen vom Zukunftsinstitut in Hamburg bestätigen, was den Erfolg eines Unternehmens in der Pandemie ausmachte. „Nicht die Organisationsstrukturen sind der entscheidende Faktor, sondern eine Führungskultur, die Freiraum gewährt und auf die Kompetenz der Mitarbeiter setzt,” schreibt Franz Kühmayer in dem Essay „Arbeiten nach Corona“. Wichtig sei der Grad, in dem Führungskräfte mit dem Führen auf Distanz vertraut sind. Und ihr Vertrauen, ihre Ergebnisorientierung und ihre Toleranz. „Im Wort Dienstleistung steckt eben nicht nur Leisten, sondern auch Dienen“, so Kühmayer. „Und dieser Teil war nun bei Führungskräften besonders gefragt.”

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