Die Logistik-Community diskutiert über die ökologische Nachhaltigkeit

Die Nachhaltigkeit ist zu einem der drängendsten Themen dieser Zeit geworden. Umfragen zeigen, dass dieses Thema für Verlader und Logistiker immer wichtiger wird. Denn ökologische, ökonomische und soziale Aspekte greifen dabei ineinander. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass die Logistik ressourcenschonender, effizienter und arbeitnehmerfreundlicher wird.
Der BVL-Kongress, der in dieser Woche vom 21. bis zum 23. Oktober 2020 digital stattfindet, widmet sich dem Thema mit viel Aufmerksamkeit. „Nachhaltig gestalten – Winning the Next Decade“ ist das Motto, unter dem hunderte Interessenten aus der Branche online miteinander diskutieren.

Mehr Kunden setzen auf Nachhaltigkeit

Auch DB Schenker ist in den Foren vertreten, um die Positionen von Europas führendem Logistikdienstleister zu vertreten und einzubringen. „Das Thema stößt gerade auf ein enormes Interesse, wir erhalten sehr viele Kundenanfragen dazu“, sagt Andrea Schön, Senior Manager Climate and Clean Air Management der Schenker AG „Wegen der Corona-Pandemie und ihrer Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Wirtschaft setzen sich meiner Einschätzung nach Logistiker immer mehr damit auseinander, wie sie nachhaltiger agieren können.“ Industrie und Handel erkennen zunehmend, dass ihre Lieferketten so robust wie möglich sein sollen. Daher klopfen sie diese verstärkt auf soziale und ökologische Risiken ab.
Was die sozialen Aspekte betrifft, so werden sich die Unternehmen in den kommenden Jahren auf ein Lieferkettengesetz vorbereiten müssen, ob aus Deutschland oder auf europäischer Ebene. Dieses soll weltweit Arbeitsbedingungen und Sozialstandards in den Lieferketten verbessern.

Klimaziele im Verkehr verpflichten

Bei der Ökologie wiederum kommen auf Logistiker in den kommenden Jahren zwei fundamentale Änderungen zu. Weil Verkehr 19 Prozent der Gesamtemissionen an CO2 verursacht, müssen diese massiv gesenkt werden, um die vereinbarten Klimaziele zu erreichen.
Das bedeutet, dass die Lieferketten immer transparenter werden müssen, um Herkunft und CO2-Fußabdruck von Sendungen oder der Supply Chain abzubilden. Dabei unterstützt die Digitalisierung, die in einigen Unternehmen schon recht weit gediehen ist. Die Automobilhersteller Volvo oder Daimler beispielsweise nutzen spezielle Blockchain-Verfahren, um die Herkunft des Rohstoffs Kobalt zu dokumentieren. Kobalt ist für die Batterieproduktion von Elektrofahrzeugen wichtig, stammt aber oft aus Regionen, in denen menschenunwürdige Arbeitsbedingungen herrschen. Mit der Blockchain wollen die Hersteller saubere Herkunftsregionen nachweisen.
Diese lückenlose Dokumentation von Lieferketten ermöglicht es auch, die CO2-Emissionen, die bei Transporten entstehen, zu berechnen – und zu bepreisen. Wie das geschieht und welche Standards und Instrumente es für die Emissionsbilanzierung gibt, wird auf dem BVL-Kongress aus wissenschaftlicher und praktischer Perspektive diskutiert.

Fossile Brennstoffe werden teurer

Denn das ist die zweite Änderung der kommenden Jahre: 2021 startet der Emissionshandel in Deutschland mit einem fixen CO2-Preis von 25 Euro pro Tonne. So sollen fossile Brennstoffe im Verkehr verteuert und die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Quellen verbilligt werden. Auch dieses Thema wird auf dem Kongress heftig diskutiert. So setzen immer mehr Logistiker alternative Antriebe bei ihren Fahrzeugen. DB Schenker beispielsweise setzt bis zum Jahresende 36 zusätzliche FUSO eCanter-Lkw in urbanen Lieferverkehren ein . Doch marktreife und flächendeckende Alternativen zum dieselbetriebenen schweren Lkw für den Fernverkehr gibt es heute noch nicht.
Die Anforderungen zu mehr Nachhaltigkeit stellt die ganze Logistikbranche vor einen tiefgreifenden Strukturwandel. „Aber es ist nicht der erste Strukturwandel, den wir erleben. Wenn wir zum Beispiel die Erfahrungen aus der Energiewende in den vergangenen Jahren nehmen, dann sehen wir einen tief greifend veränderten Markt durch den technologischen Wandel“, sagt Andrea Schön. „Die großen Player wurden anfangs sehr schnell abgehängt. Kleine und flexible Start-up übernahmen Marktanteile.“ Doch auch große Unternehmen, die sich früh digitalen und neuen Geschäftsmodellen geöffnet hätten, würden den Strukturwandel gut überstehen.

“Nachhaltigkeit auf dem BVL-Kongress: Wir diskutieren mit! DB Schenker zeigt mit, was heut schon möglich ist – und wo die Grenzen nachhaltiger Transporte sind. #DBSchenker #dlk20“

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Ein Thema der ganzen Gesellschaft

„Unser Wirtschaftsbereich trägt Verantwortung, die Zukunft positiv zu gestalten – in nationalen und internationalen Wertschöpfungsnetzwerken, bei Standortentscheidungen, Technologieeinsatz, Qualifizierungen und politischen Weichenstellungen“, sagt BVL-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr.-Ing. Thomas Wimmer in der Ankündigung zum Kongress: „Nachhaltige Logistik ist ein Thema der Gesellschaft geworden!“ Auch in seiner rein digitalen Form verspricht der Kongress spannende Diskussionen.

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