Klimaschutz wird flugfähig

Wer wissen will, was den Flug LH8406 so außergewöhnlich macht, muss nicht in den von DB Schenker gefüllten Laderaum oder ins Cockpit schauen – sondern in das Betankungssystem am Airport. Erstmals in der Geschichte der kommerziellen Luftfahrt startete am 29. November ein Frachtflieger, der seinen Kraftstoffbedarf komplett durch Sustainable Aviation Fuel (SAF) abdeckt.

Geografisch ging es von Frankfurt nach Shanghai, ökologisch um etwas ganz anderes: um Nachhaltigkeit und um den Beweis, dass die Luftfracht mit neuen Kraftstoffen grüne Transporte realisieren kann.

Regelmäßige Starts mit klimafreundlichem Kerosin

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Der Flug ist das Resultat einer Kooperation von DB Schenker und Lufthansa Cargo. Dem ersten SAF-Frachtflug sollen schon bald weitere folgen.

Bei der Herstellung von SAF kommen Pflanzenreste, Speiseöl und andere Materialen aus nachwachsenden Quellen zum Einsatz. Das bei der Verbrennung im Triebwerk freigesetzte Kohlendioxid haben die Pflanzen vorher der Atmosphäre entzogen. Deshalb gilt dieses synthetische Kerosin als unmittelbar emissionsfrei. Lediglich in der Vorkette fallen Emissionen an, die kompensiert werden können (carbon-offsetting). Die Luftfahrt verwendet auch andere nachhaltige Treibstoffe aus alternativen Herstellungsverfahren. Das bekannteste ist der Power-to-Liquid-Prozess (PtL), bei dem unter Einsatz von elektrischer Energie flüssige Kraftstoffe entstehen.

„Lufthansa Cargo ergreift aktiv Maßnahmen, um die Umwelt zu entlasten.“, Peter Gerber, CEO Lufthansa Cargo AG

So richtig wirksam wird umweltfreundliches Kerosin natürlich erst, wenn möglichst viele Verlader, Logistiker und Fluggesellschaften darauf setzen. Deshalb wäre es wünschenswert, wenn sich der Ausstieg aus den fossilen Kraftstoffen zu einem globalen Gemeinschaftsprojekt entwickelt. Dazu bedarf es neben der Bereitschaft zum Klimaschutz ausreichender Produktionskapazitäten für SAF sowie einer passenden Infrastruktur an den Airports, um das Betanken der Flugzeuge zu ermöglichen. Peter Gerber, CEO von Lufthansa Cargo, erklärt, das Unternehmen setze sich für die Forschung ein, damit „zukünftig ausreichende Mengen des alternativen Kraftstoffes zur Verfügung stehen“.

Der Luftfracht-Kranich fliegt mit nachhaltigem Treibstoff.

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Peter Gerber, CEO Lufthansa Cargo, und Jochen Thewes, CEO DB Schenker (Bilder LH Cargo / DB Schenker)

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    Den klimafreundlichen Frachtflug übernahm eine Boeing 777F. Aber es hätte auch eine andere Maschine sein können. Technische Anpassungen an den Flugzeugen sind für den Einsatz von SAF nicht erforderlich. In der Praxis sieht es so aus, dass die für den Flug nach Shanghai und zurück benötigte Kraftstoffmenge in das Betankungssystem am Frankfurter Flughafen eingespeist wird und sich mit dem konventionellen Kerosin vermischt. Jedes anschließend aus dem Tanklager versorgte Flugzeug erhält und verbraucht einen kleinen Anteil des SAF. Die dadurch bedingte CO2-Vermeidung wird vollständig Lufthansa Cargo und DB Schenker gutgeschrieben.

    Passagiermaschinen verwenden SAF schon länger. Ein dreiminütiges Faktencheck-Video der Lufthansa Group informiert über die Herstellung und Nutzung dieses Treibstoffs und über andere Alternativen zum konventionellen Kerosin. Ein Kurzinterview zu diesem Thema mit Jochen Thewes, CEO von DB Schenker, finden Sie hier.