BVL-Logistikkongress: Safety first für die Digitalisierung

Netzwerken im doppelten Sinne – darum ging es in den ersten beiden Tagen des Deutschen Logistikkongresses in Berlin. So hybrid, wie die Logistikbranche zwischen Digitalisierung und sozialem Netzwerken agiert, so verlief auch der Kongress: Mehr als 2.000 Teilnehmer schalteten sich zeitweilig online im Livestream ein. Gleichzeitig hatten sich mehr als 1.250 Teilnehmer vor Ort registriert. Rund einhundert Aussteller luden zu Gesprächen ein. DB Schenker beispielsweise war wie in den Vorjahren mit einem Stand im Hotel Intercontinental Berlin vertreten.

Dr. Nuri Morava, Program Lead Global R&D and Early Stage Technology

„Ohne IT-Sicherheit kann Digitalisierung nicht erfolgreich sein“

Vor allem zwei große Themen standen auf der Agenda des Kongresses: Der technologische Wandel für mehr Nachhaltigkeit und damit einhergehend die Digitalisierung. „Ohne IT-Sicherheit kann Digitalisierung nicht erfolgreich sein“, betonte Dr. Nuri Morava, Program Lead Global R&D and Early Stage Technology, Schenker AG. Er sprach zu Beginn einer Podiumsdiskussion über Cyber Security. Dort stand die Frage im Mittelpunkt: Wie lassen sich böswillige Cyber-Angriffe auf Hardware und Systeme verhindern?

Cyber-Security und Drohnen

Nuri Morava bezog sich in seinem Beitrag vor allem auf die große Bedeutung, die Cybersicherheit beim Einsatz von Drohnen spielt. Dabei führte Morava die Erfahrungen auf, die DB Schenker zusammen mit dem Drohnen-Hersteller Volocopter gemacht hat. Gerade erst haben die beiden Partner in Hamburg eine Frachtdrohne zum ersten öffentlichen Testflug gebracht. „Wenn man eine Drohne mit 200 Kilogramm Last durch die Luft steuert, dann muss man dafür sorgen, dass die ordnungsgemäß fliegt“, sagte Morava.

Podiumsdiskussion zur Cyber Security: mit Boris Felgendreher (Gründer, Agentur +umami,
Host, BVL.digital Podcast) und Dr. Nuri Morava (DB Schenker) © DB Schenker

 

Er nannte dabei zum einen die Regulierung von Drohnen, die durch die Behörden erfolgt. Zugleich betonte er die hohen Sicherheitsvorkehrungen, die mit Volocopter entwickelt würden. Und schließlich verwies Morava auf die Kooperation von DB Schenker mit dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, die auch die IT-Sicherheit betreffe: „Diese Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IML ist für uns sehr wichtig.“ Seit 2015 arbeiten der Logistikdienstleister und die IML-Wissenschaftler im gemeinsamen „Enterprise Lab for Logistics and Digitization“ an Projekten und Technologien, um die Digitalisierung der Logistik voranzubringen. Erst kürzlich haben die beiden Partner bekannt gegeben, dass sie ihre Forschungszusammenarbeit bis Ende 2023 fortsetzen wollen.

Verhaltensregeln für mehr Sicherheit

In der anschließenden Podiumsdiskussion stellte Torsten Böttjer von Oracle Deutschland den hohen Nutzwert von Cloud-Lösungen für Logistiker vor. Alpha Barry von der Unternehmensberatung Secida verwies auf die Bedeutung der Arbeitsteilung in der Logistik: Deshalb sei selbst entwickelte Unternehmens-IT häufig sicherheitsgefährdeter als die Lösungen etablierter Anbieter. Und Generalleutnant Michael Vetter vom Bundesministerium der Verteidigung erläuterte schließlich, dass Soldaten nicht nur Marschieren, Grüßen und Schießen erlernten, sondern sich heute auch mit IT auskennen müssten. Dabei unterstrich Vetter, dass oft schon einfache Verhaltensregeln zu wesentlich mehr Sicherheit führten: Beispielsweise keine fremden Dateien und Links öffnen.

Eine kritische IT-Sicherheitslage

Nach Einschätzung der Bundesregierung ist die aktuelle Sicherheitssituation „angespannt bis kritisch“. Die Bedrohung durch Cyberangriffe ist in Deutschland deutlich gestiegen, immer öfter sind ganze Lieferketten von Angriffen beeinträchtigt. Auf die Unternehmen kommen daher immer umfangreichere Aufgaben für mehr Cyber-Sicherheit zu, und zwar entlang der gesamten Lieferkette.

“Digitalisierung und Cyber Security: DB Schenker setzt auf dem Logistikkongress den Fokus auf IT-Sicherheit“

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Über eines waren sich die Fachleute auf dem Kongress einig: Jeder Unternehmer, Manager oder Sicherheitsbeauftragte muss sich Gedanken über den Schutz der IT-Infrastruktur machen. Während das digitale Netzwerk zunehmenden Gefahren ausgesetzt ist, konnten die sozialen Netzwerke für den Kongress wieder aufgespannt werden.

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