Supply Chain: BVL-Studie untersucht Trends der Wertschöpfungskette

„Logistikziele mit höchster Priorität sind die Erfüllung von Kundenanforderungen, Lieferzuverlässigkeit (bzw. Termintreue) und Logistikkosten.“ Dies ist eine der Kernerkenntnisse der 2017er BVL-Studie „Trends und Strategien in Logistik und Supply Chain Management – Chancen der digitalen Transformation“. Die Aussage scheint eine Selbstverständlichkeit. Doch wir leben in Zeiten, in denen sich die Bedürfnisse und das Verhalten des Konsumenten schnell und radikal verändern. Vor diesem Hintergrund erzeugt die Priorisierung der Kundenanforderungen einen starken Anpassungsdruck entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

„Der Endkunde treibt die Digitalisierung in der Logistik.“ BVL Studie 2017

Angefragte Leistungen werden heute grundsätzlich kleinteiliger und individueller. Wesentlicher Treiber ist hierbei die steigende Bedeutung von Online-Plattformen und Portalen als Vertriebswege. Auf diesen Trend reagiert das verarbeitende Gewerbe derzeit mit unterschiedlichen Strategien der kundenindividuellen Massenproduktion und einer Ausrichtung existierender Systeme auf die Fertigung in kleinsten Stückzahlen. Diese Strategien haben wiederum hohen Einfluss auf die IT-Systeme und verändern sowohl intralogistische Systeme als auch solche logistischen Prozesse, die die gesamt Supply Chain übergreifen.

Zukünftige Steuerung der Wertschöpfungskette – der technologische Aspekt

Ausgehend vom Veränderungsdruck, den die konsequente Kundenorientierung in der Logistik erzeugt, untersucht die BVL-Studie unter anderem folgende Fragen:

  • Wie werden die Wertschöpfungsketten künftig gesteuert?
  • Wie wandelt sich die Zusammensetzung der Wertschöpfungsketten und wie ändern sich die Rollen der Akteure?
  • Welche strategischen Bausteine lassen sich aus den Erkenntnissen für heutige Maßnahmen ableiten?

“Wie werden Wertschöpfungsketten künftig gesteuert? #BVL Studie 2017 zu Trends und Strategien“

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Hinsichtlich der Steuerung der Supply-Chain bestätigt die Studie zwei technologische Trends, die inzwischen zumindest theoretisch etabliert sind:

  1. Die geforderte Fähigkeit von Lieferanten und Logistikdienstleistern zur Ankopplung an durchgängige IT-Systeme.
  2. Eine durch den interorganisationalen Datenaustausch getriebene Analyse und Gestaltung von Wertschöpfungsketten inklusive des Einsatzes von Predictive Analytics.

Beides sind Themen, die in Kooperation mit Kunden auch bei DB Schenker verstärkt in das operative Geschäft eingebracht werden. Siehe hierzu vor allem unsere Blogartikel mit Thomas Reppahn, Leiter Zentrale Logistics Product and Process Management, Schenker Deutschland AG.

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Doch die Studie bleibt nicht bei technologischen Aspekten stehen. Sie fragt auch nach organisatorischen und strukturellen Rahmenbedingungen zur künftigen Sicherung einer kundenorientierten Supply Chain. Die konkreten Maßnahmen, die hierbei zur Sprache kommen, gehören auch heute schon zum Alltag einer partnerschaftlichen Kundenbeziehung, wie sie Kontraktlogistik-Dienstleister praktizieren. Genannt werden unter anderem:

  • Lagerbestandreduzierung durch Streckengeschäft
  • Aufbrechen in Filialmengen (zweistufiges Cross-Docking)
  • Vorkommissionierung für den Kunden

Bei DB Schenker reichen diese Beispiele von der filialspezifischen Kommissionierung von Paletten für die Supermarktversorgung über das flexible Management von Lager- und Transportressourcen bis hin zu komplexen Mehrwertleistungen bei Kommissionierung, Verpackung oder dem Retourenmanagement.

Langfristiges Ziel muss es laut den Ergebnissen der BVL-Studie sein, „ein agiles Supply Chain-Netzwerk aufzubauen, welches eine kontinuierliche Beobachtung der Entwicklungen erlaubt und eine schnelle Anpassung in diesem volatilen Umfeld ermöglicht.“ Erst solche agilen Strukturen ermöglichen es, die Supply Chain auch zukünftig kundenorientiert auszurichten.

„Stringente Kundenzentrierung, Datenanalyse in Echtzeit und Agilität in den Liefernetzwerken werden für die Logistikdienstleistungen und das Supply Chain Management essenziell.“BVL Studie 2017